Geschrieben von: RenéM Samstag, den 10. April 2010 um 11:33 Uhr
Das die Entwickler von Kunena ein neues Wartungsrelease ihrer Forumsoftware veröffentlicht haben und dass das Betaboard vom Ninjaforge - Entwicklerteam mit ver. 1.0.0 Beta2 in die nächste Testrunde geht, ist für Joomlanews Grund genug diese beiden Foren-Erweiterungen miteinander zu vergleichen. Können diese beiden Komponente sich überhaupt mit einer Größe wie phpBB3 messen? Um einen fairen Vergleich herstellen zu können, testet Joomlanews die verschiedenen Foren mit dem Standart – Template „rhuk_milkyway“.
Projektseite:
http://www.kunena.com/
Screenshot des Administrationsbereichs:
Nach der einfachen Installation passt das Template wunderbar bei einer beliebigen Modulanordnung. Egal ob ein Modul sich auf der rechten oder linken Seite, oder sogar auf beiden Seiten befindet: Das Forum passt sich mit an. Das Standartdesign des Forums, passt zum Standart – Template von Joomla.
Das extrem umfangreiche, aber übersichtlich gestaltete Administrationsmenü biete nahezu jede wichtige Einstellung. Allein die „Allgemeinen Konfigurationen“ unterteilen sich noch einmal in 9 Untermenüs. Das Löschen und Erstellen von neuen Foren und Kategorien geht schnell von der Hand und ist absolut unkompliziert. Die Rechte – Verteilung funktioniert über die bereits aus Joomla bekannten Gruppen. Damit hat man aber auch den gleichen Nachteil: Neue Berechtigungsgruppen anlegen ist nicht möglich. Zwar kann man einzelnen Usern auch verschiedene Rechte zuweisen, aber dies für zum Beispiel mehr als 500 Benutzer einzeln durchzuführen, wenn es ein neues Forum gibt, ist sicherlich sehr mühselig.
Insgesamt ist das Kunena – Forum sehr interessant, für geringere Ansprüche. Es kommt sehr nahe an große Foren wie phpBB und BurningBoard von BurningLabs heran. Für gehobene Ansprüche, wo hauptsächlich ein Forumbetrieb statt finden soll, sollte man einiges Kenntnisse im Bereich HTML, CSS und PHP mitbringen, um entsprechende Anpassungen vornehmen zu können, die das Layout betreffen.
Kunena ist mit vielen anderen Komponenten kompatibel, weil es lange Zeit die einzige sinnvolle Forenlösung für Joomla war und viele andere Entwickler entsprechende Plugins und andere Erweiterungen an dieses Board angepasst haben. Es gibt allerdings nicht annähernd so viele Templates für Kunena wie Styles für phpBB, was aber nicht als negativ ausgelegt werden soll, da man mit Hilfe die oben erwähnten Grundkenntnisse entsprechende eigene Anpassungen vornehmen kann, was relativ leicht zu bewerkstelligen ist. Deutsche Übersetzungen gibt es im Netz nach einem Update immer schnell zu finden, weil die Anhängerschaft von Kunena entsprechend groß ist.
Projektseite:
http://ninjaforge.com/index.php?option=com_ninjacentral&page=show_package&id=84&Itemid=245
Screenshot des Administrationsbereichs:
Nachdem man das Ninjaboard von Ninjaforge installiert hat, bekommt man im Administrationsbereich ein stilbetontes Menü geboten. Daneben bietet das Ninjaboard in der Grundausführung einige interessante Aspekte. Zum Beispiel kann man verschiedene Einstellungen erstellen und einzeln speichern und bei der Menüerstellung die gewünschte Konfiguration auswählen, was eine hohe Flexibilität ermöglicht. Die Grundeinstellungen beschränken sich hier auf ein absolutes Minimum, so dass auch weniger erfahrende User schnell starten können.
Der wohl interessanteste Punkt bei der Erstellung des Menüs, ist dass man statt dem Forum – Index auch schlicht ein einzelnes Forum anzeigen lassen kann. Dadurch kann man verschiedene Bereiche in verschiedenen Links unterbringen und man entfernt sich von der typischen Forenstruktur. Ein Kompliment an Ninjaforge für diese Funktion. Noch etwas ist bei der Erstellung eines neuen Forums sehr praktisch, wenn man die eben erwähnte Variante der Forum – Ansicht verwendet. Denn sortiert wird beim Ninjaboard nicht in der Reihenfolge „Kategorie -> Forum“, sondern nach „Forum -> Unterforum-> usw.“ Um eine Kategorie zu erzeugen, sperrt man einfach das übergeordnete Forum.
Natürlich kann man auch eine Beschreibung für ein erstelltes Forum eingeben. Beim Test funktionierte aber der automatische Zeilenumbruch nicht oder dieser wurde vergessen, sodass wenn eine längere Beschreibung vorhanden war, die Zeile über die Contentbegrenzung hinaus ging. Ein mit HTML erzeugter Zeilenumbruch oder die Einbindung in ein P-Element hat hier auch nicht geholfen. Da auch auf den Demo – Sites nur einzeilige Beschreibungen zu erkennen sind, kann man davon ausgehen, dass dies entweder nicht berücksichtig wurde oder an dem Problem noch gearbeitet wird. Dieser kleine Schönheitsfehler ist aber nicht weiter schlimm, solange dieser bis zum Release behoben wird. Denn sobald man ein Modul auf der linken oder rechten Seite platziert, wird der verfügbare Platz für eine Beschreibung ziemlich knapp.
Bei den Templates konnte man in der aktuellen Version leider noch keine Einstellungen vornehmen. Das mitgelieferte Template ist aber so konzipiert worden, dass man es bequem in nahezu jedes Joomla – Template integrieren kann.
Bei der Benutzerverwaltung bekommt man Informationen wie „Joomla – Gruppe“, „Ninjaboard – Gruppe“, „Name“, „Benutzername“, „E-Mail – Adresse“, „Letzter Besuch“, „Anzahl der Beiträge“ und den „Forum – Rang“ eines jeden Benutzers in einer übersichtlichen Tabelle geboten. In der Detailansicht, während der Benutzerverwaltung, kann man die Signatur, den Avatar und die Gruppe eines Benutzers verwalten. In naher Zukunft auch die „benutzerdefinierten Profilfelder“. Es gibt eine zusätzliche Schaltfläche, mit der man in die Benutzerverwaltung von Joomla wechseln kann, ohne dabei direkt über das Menü zu gehen. Das Fenster für die Joomla – Benutzerverwaltung wird in einem neuen Tab / Fenster geöffnet, sodass die Board – Verwaltung im Hintergrund geöffnet bleibt.
Neben der Benutzerverwaltung gibt es eine praktische Gruppenverwaltung, mit dessen Hilfe man individuelle Gruppen erstellen kann, denen unterschiedliche Rechte zugewiesen werden können. Zum bisherigen Zeitpunkt kann man dort Rechte für „Forum“, „Topic“, „Post“ und „Attachment“ vergeben. Die möglichen Rechte sind: „Kein Zugriff“, „Zugriff…“, „…und kann erstellen“, „…und kann Moderieren“. Hat man nun mehrere Gruppen erstellt, kann man über eine „Map“ bestimmte Board – Gruppen mit bestimmten Joomla – Gruppen verbinden. Dabei stehen links die Joomla – Gruppen und rechts die Ninjaboard – Gruppen. Dazwischen zieht man einfach verschieden farbige Linien, um eine Verbindung herzustellen.
Leider in der aktuellen Version noch nicht verfügbar, aber angedacht: Benutzerdefinierte Profilfelder. Dies ist ein Feature, was zwar nicht neu ist, aber häufig gefordert wird. Denn mit deren Hilfe kann man vor allem sehr individuelle Profile für das eigene Forum erstellen. Die Rang – Erstellung ist ähnlich wie in jedem Forum: Man vergibt einen Namen, die Anzahl an benötigten Beiträgen und weist dieser Kombination ein entsprechendes Rangsymbol zu.
Daneben bietet das neue Ninjaboard die Möglichkeit, „Beispieldaten“ zu importieren oder für solche Administratoren die wechseln möchten, die entsprechenden Daten aus einem anderen Forum zu importieren. Unter anderem soll dies für Kunena möglich sein.
Insgesamt macht das Ninjaboard einen ernstzunehmenden Eindruck. Die Entwicklung seit der letzten Beta-Version ist enorm vorangekommen. Kleinigkeiten müssen noch geändert und gewisse Features noch hinzugefügt werden. Ob das Board kostenlos angeboten wird, muss man wohl abwarten. Was noch sehr wünschenswert wäre, ist zum Beispiel ein internes PM – System, mit dessen Hilfe die Benutzer sich gegenseitig private Nachrichten schicken können. Klar kann man das auch mit einer Komponente für Joomla lösen, integriert wäre dies aber praktischer. Weiter wurden beim Test, Einstellmöglichkeiten für Avatar und Signatur vermisst.
Kunena muss sich wirklich warm anziehen, wenn die Entwicklung in dieser Qualität weiter geht. Das neue Ninjaboard hat einige nette Vorteile gegenüber Kunena. Ganz besonders praktisch war die Möglichkeit, die Foren nicht in der typischen Struktur wiederzugeben, sondern einzelne Foren unter verschiedenen Links im Joomla einzubinden.
Insgesamt können die „Joomla – Foren“ zwar noch immer nicht mit einer Kombination zwischen phpBB3 und Joomla, über die rokBridge, mithalten – aber mit dem Ninjaboard kommt zumindest eine simple Alternative, die sich vor allem für weniger erfahrende Administratoren eignet oder solche, die schnell ein einfaches Forum im eigenen Joomla einbinden wollen.
Auch wenn beim Ninjaboard die Einstellungsmöglichkeiten sehr schlicht ausfallen und man sich als erfahrender „Forumjaner“ an einigen Stellen einfach ein wenig mehr Kontrolle gewünscht hätte, so kann man dennoch sagen, dass die wenigen Einstellmöglichkeiten für simple Zwecke völlig genügen. Ob sich dies noch im Laufe der Entwicklung ändern wird, bleibt abzuwarten.
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