Geschrieben von: Admin Dienstag, den 18. November 2008 um 21:13 Uhr
Nicole Ignaciuk ist Software Entwicklerin und Autorin des Blogs www.younic.de.
Ausserdem ist sie begeisterte Joomla Template Programmiererin und hat auf Basis des Beez Template von Angie Radtke ein Flowerbeez Template für Joomla! 1.5 entwickelt.
Nicole Ignaciuk ist 26 Jahre alt und lebt mit Ihrem Freund zusammen in Fulda. Sie studiert Angewandte Informatik an der Hochschule Fulda und wird voraussichtlich 2009 mit den Bachelor of Applied Computer Sciences abschliessen.
Als Freelancerin entwickelt sie SAP-Webapplikationen mit Java und betreibt die Agentur timbix Internetservice in Fulda.
Stefan Wendhausen (in-wend.de-sign) für joomlanews: Wie bist du zu Joomla gekommen?
Nicole Ignaciuk: Das war Anfang 2005, als ein Bekannter mit der Bitte auf mich zukam, ihm eine Website zu bauen, wo er seine Bilder in einer Galerie selbst pflegen kann. Eher zufällig bin ich auf Joomla! bzw. Mambo gestossen und ich war von Anfang an von der Funktionsvielfalt und der Template-Idee begeistert.
Die vielen integrierten und erweiterbaren Funktionalitäten sowie die fabelhafte Unterstützung in der Community machten Joomla für mich zum perfekten CMS. Mit der Zeit lernte ich dann, Joomla! vom Template über Module bis hin zu eigenen Komponenten an die Bedürfnisse der einzelnen Kunden anzupassen. So kam der Stein ins Rollen und ich gründete zusammen mit meinem Freund Michael Kolb die Agentur timbix. Mit Joomla! habe ich sozusagen den Grundstein für meine Selbstständigkeit gelegt.
jn: Für was setzt du Joomla! in deinem Berufsalltag ein?
NI: Joomla! setzte ich sowohl für eigene, als auch kleinere bis grössere Kundenprojekte in kleinen und mittelständischen Unternehmen ein. Meistens sind es Unternehmenswebseiten. Die Kunden sind begeistert davon, wie einfach sie die Inhalte selbst pflegen können und wie erweiterbar das System ist. Die Entwicklungszyklen sind auch wesentlich kürzer als bei anderen CMS, was den Kunden natürlich ebenso überzeugt.
Joomla! verwende ich auch für viele Designerwebseiten, obwohl diese oft eine kleine Herausforderung darstellen. Sie sind vom Aufbau her meist recht unkonventionell (nicht nur für Joomla!), was aber letztendlich umso mehr Freude in der Template Programmierung macht.
jn: Templates sind ein gutes Stichwort. Wieso hast du ein Template auf Basis des Beez Template von Angie Radtke entwickelt? Und welche Vorteile siehst du am Beez Template Aufbau?
NI: Zunächst einmal hat es mich angesport, der Community ein Template bereitzustellen, das vom Layout etwas anders ist als die typischen 3-spaltigen Layouts, die man so kennt. Ich wollte zeigen, dass Joomla nicht immer "typisch Joomla!" aussehen muss. Ergebnis war zunächst das Template joomswanky, welches nicht direkt auf dem Beez Template basiert, sondern nur die HTML Overrides von Beez nutzt.
Angie Radtke fragte mich daraufhin, ob ich das Template denn auch direkt auf Basis des Beez Template, nur via Änderungen in den CSS-Dateien realisieren könnte. Denn der Vorteil am Beez Template sei gar nicht so sehr der integrierte Ordner mit den HTML-Overrides (was ich bis dato gedacht hatte), sondern die Tatsache, dass das Template so geschickt programmiert wurde, dass nur über Änderungen am CSS ein Groflteil aller Designs realisiert werden kann! Sozusagen das Prinzip "CSS Zengarden" für Joomla.
jn: Was genau gefällt dir an der Idee von Overrides und nutzt du auch den Parameter beezDivision für die Module?
NI: Die Overrides sind einfach wunderbar und mittlerweile eine meiner Lieblingsfeatures in Joomla!. Sie machen Joomla! endlich tabellenfrei und man kann die HTML-Ausgabe von Modulen sowie Komponenten nach Belieben modifizieren, ohne den Programmcode direkt in den Modulen und Komponenten zu ändern. Somit ist es z.B. endlich möglich das Kontaktformular vom Design her komplett auf den Kopf zu stellen, indem einfach per Override im Template ein anderes Layout vorgegeben wird.
Die Modulmodifikation von beezDivison nutzte ich in meinen eigenen Templates jedoch nicht. Module passe ich entweder über CSS oder über eigene Parameter an, indem ich, wie auch bei beezDivison, einen Style für das Modul sowie den zugehörigen Teil in der modules.php definiere. Da das flowerbeez-Template jedoch direkt auf dem Beez basiert, bleibt hier auch der Parameter beezDivision genutzt.
jn: Kommen wir noch auf deinen Blog zu sprechen. Auf www.younic.de bloggst du über?
NI: Das Web und die Welt! Als Webworker habe ich mit den verschiedensten Themen zu tun und über diese blogge ich dann je nach Situation. Meistens geht es um Joomla! (natürlich!), Webdesign und -entwicklung, Programmierung, ein wenig Suchmaschinenoptierung, E-Commerce etc. Natürlich fehlt auch der Geek-Faktor nicht ;-)
jn: In welche Richtung wird es nach deinem Studium gehen? Weiterhin Joomla! und Templates?
NI: Nebenbei werde ich auf jeden Fall weiterhin im Bereich Joomla!, Templates, Webdesign und -programmierung tätig sein. Jedoch werde ich mich hauptberuflich in die Richtung Enterprise Applications mit SAP und Java begeben, da ich hier eine Herausforderung sehe, die ich gerne meistern will. Hier kann ich wunderbar die letzten Jahre in der Webentwicklung, meine Java-Kenntnisse (ich programmiere Java seit 8 Jahren) sowie das Wissen aus meinem Studium verbinden.
jn: Wann darf die Joomla! Community mit einer weiteren Version oder Entwicklung von dir rechnen? Arbeitest du schon an was neuem?
NI: So wie es aussieht, kommt dieses Jahr der Nikolaus vorbei und wie ich gehört habe, soll er ein kleines Weihnachts-Template im "Söckele" haben ;-)
jn: Was wünscht du dir für die Zukunft?
NI: Für Joomla! und andere kostenlose Open Source Projekt wünsche ich mir, dass die Nutzer erkennen, dass es ein Geben und Nehmen ist. Du glaubst gar nicht, wie sehr sich die Entwickler von kostenloser Software oder anderen Freebies über eine simple, kurze Mail mit einem Danke darin freuen! Ich glaube viele vergessen es ganz einfach, denjenigen zu danken, denen sie ihren eigenen Erfolg zu verdanken haben. Das finde ich sehr schade.
jn: Ich möchte mich im Namen der ganzen Joomlanews Leserschaft bei dir ganz herzlich bedanken, dass du ein Teil deiner Freizeit für dieses Interview geopfert hast und ich wünsche dir natürlich beruflich wie auch privat weiterhin viel Erfolg.
NI: Vielen Dank! Das habe ich wirklich sehr gerne gemacht - also "opfern" war das doch keinesfalls! Ich fühle mich geehrt, hier interviewt worden zu sein und wünsche dem gesamten Team von joomlanews.ch ebenfalls viel Erfolg für die Zukunft!
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