Schon vor etwas längerer Zeit hatte ich die Idee zu einem Beitrag über Blogkommentare, Spam und das noffollow-Attribut. Wie es manchmal so ist, wird ein Artikel aber immer detailliert, länger, aber irgendwie nicht fertig. So kommt es, dass der Entwurf für diesen Beitrag schon seit Mitte März in meinem WordPress-Backend rumliegt und nun ja, “reift”. Eben jedoch fand ich auf Facebook zufällig einen Post über den Webmasterfriday, dessen aktuelles Thema genau zu meinem Beitrag passt. Darum habe ich mich kurzerhand entschlossen, den Beitrag endlich fertigzustellen und zum ersten Mal an einem Webmasterfriday teilzunehmen. Fragt mich nicht, warum ich das bisher noch nie probiert habe
In dem Artikel gehe ich darauf ein, wie ich meinen Blog vor Spam schütze, wie ich die Sache mit dem nofollow-Tag sehe, wie ich zu Kommentar-Links an sich stehe und warum ich denke, dass Kommentar-Links im Internet gebraucht werden. Vielleicht geht der Artikel auch etwas über die Frage des Webmasterfriday hinaus, aber ich denke das es dennoch interessant ist und zum Thema passt.
Und hier nun der eigentliche Artikel…
Vor kurzem, als ich mit diesem Blog auf WordPress umgestiegen bin, stand ich vor der Herausforderung den Blog vor Kommentarspam zu schützen. Das Spam-Aufkommen legte nämlich ab dem Relaunch exorbitant zu. Da ich vorher eine kommerzielle Kommentar-Komponente verwendet habe, war diese durch die gängigen Spam-Tools anscheinend nicht verskriptet und der Spam, mal von dem per Hand eingetragenen abgesehen, war relativ gering. Und das ganz ohne irgendeine Schutzmaßnahmen vor Kommentarspam!
Im nun folgenden Beitrag möchte ich euch zeigen, wie ich meinen Blog vor Spam schütze. Wie ich vorgehe, welche Plugins ich nutze und wieso ich denke, dass man sehr genau schauen sollte, welchen Kommentar man als Spam markiert, welchen löscht und welchen man freigibt.
Bevor ich jetzt hier loslege und am Ende in den Kommentaren das Geschrei groß ist, dass ich ja auch Online-Marketing und unter anderem auch SEO betreibe, hier noch ein kleiner Open-Disclosure oder wie man das nennen mag.
Ich bin Geschäftsführer zweier Unternehmen, die beide auch im Online-Marketing und dessen Unterbereich SEO agieren. Das heisst jedoch nicht, dass ich ein SEO-Spammer bin und selbst zu Mitteln wie Kommentarspam greife! Wenn ich kommentiere, dann kommentiere ich weil ich was zu sagen habe und nicht wegen einem etwaigen Backlink zu einer unserer Webseiten! Das tue ich stets mit meinem echten Namen, meiner echten eMail-Adresse und meinem echten Gravatar-Bild.
Wer sich mit dem Thema Kommentarspam schon einigermaßen auskennt, weiß was es ist und wie man diesen erkennt, kann diese, als auch die nächste Zwischenüberschrift gerne überspringen und beim Punkt “Welche WordPress-Plugins nutze ich zum Schutz vor Spam?” weiterlesen.
Was sind eigentlich Kommentar-Spammer?
Um es ganz einfach zu erklären: Google und andere Suchmaschinen nehmen Backlinks von einer Webseite zur anderen Webseite als Empfehlungen wahr. Hat eine Webseite also viele Empfehlungen von anderen Webseiten, dann geht z.B. Google davon aus, dass die Seite mit den vielen eingehenden Empfehlungen von unterschiedlichen anderen Webseiten eine gewisse Relevanz haben muss. Diese Relevanz wird dann mit einem besseren Ranking in den Suchmaschinen belohnt.
Blogs zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass diese wie hier bei mir, eine Kommentarfunktion unter jedem Beitrag haben. Dort kann der Kommentator seinen Namen, seine eMail-Adresse, seine Webseite und einen Kommentar eintragen. Das heisst im Umkehrschluss also, dass alle Kommentatoren einen Link zu Ihrer Webseite über das Abgeben eines Kommentar bekommen. Genau das, was die SEO-Spammer wollen. Denn dadurch bekommen Sie von vielen Webseiten, so scheint es zumindest, “Empfehlungen”.
Also ziehen diese munter los, entweder mit diversen Tools oder eben durch studentische Aushilfen, 400€-Jobber, Clickworker oder was es sonst noch alles so gibt. Sie verfolgen natürlich das Ziel mit dem geringsten Aufwand auf so vielen Webseiten wie möglich Kommentare zu posten um dort einen Link zu platzieren. Einfacher kann man (von Social Bookmarks & Co die keinem schaden mal abgesehen) seine IP-, C-Class-, Domain- oder Hoster-Pop ja nicht manipulieren – klar.
Aus diesem Grund wurde irgendwann das noFollow-Tag eingeführt. Mit dem “rel=’nofollow’”-Tag kann man einen Link quasi entwerten, heisst der Link sollte der Theorie nach von Suchmaschinen nicht mehr als Empfehlung gezählt und auch keine Linkpower mehr weitergeben werden.
Wow – was für eine grandiose Erfindung! Das dachte sich WordPress auch und hat das noFollow-Tag gleich standardmäßig in die WordPress-Kommentarfunktion übernommen. Meines Erachtens totaler Käse, aber ich schweife ab, dazu später weiter unten noch mehr.
Jedenfalls geht es den Spammern darum, dass sie auf euren Blogs einen Link bekommen. Mit wenig Aufwand und dementsprechenden Qualitätsstandards, meist in wenigen Worten und schon gar nicht auf das Thema eingehend. Klar – die Stundenten werden ja je Link bezahlt – man hat keine Zeit und muss Gas geben.
Wie erkenne ich Kommentar-Spammer?
Nachdem Ihr jetzt wisst, was Kommentar-Spammer eigentlich sind, möchte ich euch versuchen einige Ansatzpunkte zu geben, an denen Ihr erkennen könnt, wann es sich um Kommentarspam handeln könnte und wann vielleicht auch nicht. Diese Punkte basieren auf meiner Erfahrung, also selbst gemachte, angelesenen oder wo auch immer her. Es kann und wird also durchaus so sein, dass es andere Meinungen dazu geben wird oder vielleicht auch Merkmale fehlen. Ihr dürft mich gerne in den Kommentaren darauf hinweisen
Die Anzeichen bzw. Merkmale unterteile ich in 3 Bereiche die euch das filtern noch erleichtern sollten.
Sichere Anzeichen für Kommentarspam sind:
- Reines Keyword statt einem Namen zum Kommentieren benutzt (z.B. Kreditvergleicher)
- Name/Keyword Kombination zum Kommentieren benutzt (z.B. Bernd Sonnensegel)
- Mehrere URLs die nicht zum Beitrag passen im Kommentartext selbst
- Gleicher Kommentator nutzt verschiedene URLs in verschiedenen Kommentaren
Wahrscheinlich Anzeichen für Kommentarspam sind:
- Name des Kommentators passt nicht zur angegeben Mail-Adresse
- Der Kommentator versucht in seinem Kommentar krampfhaft Worte unterzubringen, die zur angegebene Webseite passen
- Der Kommentar besteht aus nur sehr wenigen Worten
- Der Kommentar geht nicht auf den Beitrag ein unter dem der Kommentar steht
- Der Link des Kommentator geht auf eine Unterseite seiner Webseite (z.B. www.domain.tld/sehr-guenstige-kredite-fuer-seos/
- Beim Inhalt des Kommentar wurde sich keine Mühe gegeben
- Kommentator gibt innerhalb weniger Minuten mehrere Kommentare zu verschiedenen Beiträgen auf deinem Blog ab
Mögliche Anzeichen für Kommentarspam sind:
- Kein Kommentator-Bild (bei Nutzung von z.B. Gravatar)
- Kommentator hat in deinem Blog bisher noch keine Kommentare abgegeben und fasst sich sehr kurz (z.B. “Danke”, “Toller Beitrag”, “Guter Blog” usw.)
- Kommentar ist in einem sehr schlechten deutsch verfasst und macht nicht wirklich Sinn (Sprache kann beliebig ausgetauscht werden und sollte in Relation der Sprache auf dem Blog stehen)
- Verschiedene eMail-Adressen geben gleiche URLs unter anderem Namen an
Welche WordPress-Plugins nutze ich zum Schutz vor Spam?
Dieser Absatz wird gar nicht so lang wie man jetzt meinen könnte. Ich bin bekennender Fan von schlanken Installationen und vermeide den Einsatz von Plugins so gut weit wie möglich, um die Performance des Blogs nicht zu verschlechtern, zur Not code ich eben schnell ein paar Zeilen selbst…
Dementsprechend habe ich auf dem ganzen Blog aktuell nur 4 Plugins installiert. 2 davon sind Werkzeuge zur Spam-Vermeidung, eines sogar WordPress-Standard…
1) Akismet – Der Automatik-Spamkiller mit Tücken
Das “Akismet Plugin” des Dienstes Akismet (der übrigens ebenfalls von der selben Firma wie WordPress betrieben wird) ist in jeder WordPress-Installation bereits standardmäßig installiert. Das Plugin ist sehr sinnvoll und bitter notwendig. Warum? Schaut euch den folgenden Screenshot an. Live & in Farbe – direkt aus meinem Admin-Panel. Und das sind nur die Spam-Kommentare der letzten 14 Tage!
Akismet hat in den letzten 14 Tagen 2981 Spam-Kommentare angefangen. Leider nicht geil! Dennoch kann Akismet ganz tückisch sein. Akismet setzt auf sogenannte Blacklists, diese werden durch das Markieren von Spam durch die Akismet-Nutzer erstellt. Leider sind viele WordPress-Nutzer so misstrauisch durch den ganzen Spam der auf die Blogs einprasselt, dass ihr “Spam-Klick-Finger” sehr nervös und die Hürde des Klicks sehr niedrig angesiedelt ist.
So passiert es relativ häufig, dass wirklich gute Kommentare, die kein Spam sind oder keinen SEO-Hintegrund haben, in der Spamliste, dem digitalen Nirvana verschwinden nur weil die URL die der Kommentator angab vielleicht etwas “verdächtig” wirkte oder einen “geschäftlichen Hintergrund” hatte. Zur Notwendigkeit der strikten Differenzierung komme ich aber gleich noch ausführlicher.
Zur Nutzung des Akismet-Plugin benötigt man einen Lizenzschüssel, dieser ist für private Webseiten eigentlich kostenlos, es wird jedoch sehr freundlich und spaßig um eine Bezahlung gebeten. Wer gar nichts zahlt, der muss quasi ein schlechtes Gewissen haben. Den API-Schlüssel gibt es hier!
Einstellungen hat das Plugin sonst keine. Sieht so aus – nicht so spektakulär.
2) Manual DoFollow Plugin – Die Perle unter den Spamschutz-Werkzeugen
Das “WordPress DoFollow Plugin” ist das beste Plugin zur manuellen Selektion und insbesondere auch zur Verwaltung der Kommentatoren eines WordPress-Blogs das ich finden konnte. Es entspricht genau meinen Vorstellungen. Zwar vermeidet das Plugin nicht direkt den Spam, sondern nur indirekt dadurch, dass es sich für den Spammer nicht mehr lohnt zu spammen, aber das ist genau das was ich möchte. Soll der Spammer mir doch seinen free-Content geben, auch wenn es nur ein “vielen Dank toller Beitrag ist” - einen Link bekommt er deswegen trotzdem nicht.
Das Plugin hat einige Views und nette Features. Man sieht auf anhieb wie viele Kommentare ein Kommentator verfasst hat.
Weiterhin kann man jeden Kommentator global als auch einzeln je Kommentar per Hand auf Follow oder NoFollow stellen. Es lassen sich Hürden festlegen, ab welcher Anzahl von Kommentaren ein Kommentator automatisch den Status “Follow” bekommt. Man kann sich die Nutzer anzeigen lassen die den Nofollow-Status haben und diese somit recht gut im Auge behalten, um auszuschließen, dass diese nur die Hürde knacken um den Status Follow zu erlangen um dann in der Qualität nachzulassen.
Man kann sich eine Statistik der abgegebenen Kommentare inkl. der Angabe der Menge von Follow- und NoFollow-Kommentaren anzeigen lassen.
Als zusätzliches Feature ermöglicht das Plugin es, die im Blog abgegebenen Kommentare zu monitoren und so festzustellen, ob die Links aus den Kommentaren noch erreichbar sind. Schließlich kommt es nicht selten vor, dass Domains einfach auslaufen (expiren) und von anderen übernommen werden. Passiert das, so würde man auf eine Domain verlinken die nun jemandem gehört auf den man gar nicht verlinken möchte. Auf gewisse Risiken die daraus resultieren muss ich ja nun nicht weiter eingehen – sollte jedem klar sein, was mit Expired Domains oftmals angestellt wird. Ausserdem lassen ausgehende tote Backlinks die Webseite für Suchmaschinen ungepflegt und somit schlecht aussehen. Ein nettes Schmankerl, was das Plugin da so “nebenbei” noch anbietet.
Monitoring der Kommentare
Wie Ihr auf dem Screenshot gut sehen könnt, setze ich z.B. die Kommentare von Leuten die ich kenne und denen ich traue manuell auf DoFollow. Diesen Status können sich regelmäßige Leser und Kommentatoren bei mir im Blog auch “erarbeiten”. Ab einer gewissen Anzahl an Kommentaren, bei mir aktuell 7, wird der Status automatisch auf DoFollow gesetzt. Das ist aber sicher kein Frei-Fahrtschein für alle die über diese Grenze kommen. Wie genau ich die Vergabe von Follow und NoFollow in meinem Blog handhabe, erkläre ich im nächsten Abschnitt.
Wie gehe ich mit Kommentarspam um und warum sollte man bei der Moderation seiner Kommentare unbedingt gründlich differenzieren?
Diese Absatz des Beitrages wird der schwierigste, denn es ist wirklich ein schmaler Grat – Kommentare als Spam markieren, ganz löschen, freigeben, auf NoFollow setzen oder den Link entfernen?
Die Idee zu diesem Beitrag hier hatte ich übrigens aufgrund der Frage von Frank aka. Tekshrek. Er hat an einem “Stöckchen” teilgenommen und in Zuge dessen folgende Frage in den Raum geworfen:
Was macht ihr mit Kommentaren, die unabhängig vom Inhalt nur einen Business-Link oder SEO-Link platzieren wollen?
Ich selbst markierte bisher den Kommentar als SPAM und tschüss, weil da bisher auch nur Schrott drin stand. Aber inzwischen geben sich manche richtig Mühe, auch gute Kommentare zu hinterlassen. Ist es dann eine Option, den Link zu entfernen oder doch besser alles auf SPAM?
Die Frage und die Einstellung geht genau in die Richtung, die ich weiter oben mit dem “nervösen Spam-Klick-Finger” meinte. Es herrscht ein starkes misstrauen gegenüber Kommentatoren, insbesondere dann, wenn die URL des Kommentators in irgendeiner Form einen geschäftlichen Hintergrund haben könnte.
Ich sehe das sehr viel differenzierter. Erst einmal habe ich folgende Grundregeln was Kommentare anbelangt:
- Der erste Kommentar eines jeden Kommentators gelangt automatisch in die Moderation und ist Nofollow
Dadurch kann ich abschätzen mit wem ich es zu tun habe. Ab dann ist er in der weiteren Beobachtung, was dank der DoFollow-Plugin Liste ganz einfach ist. Viele Kommentatoren kommen nur 1-2x und dann nie wieder. Die bekommen auch keinen Follow-Link.
- Kommentatoren die unter 7 Kommentare auf meinem Blog geschrieben haben, haben automatisch den Status NoFollow
Wie gesagt muss man sich den Link schon erarbeiten. Jemand der denkt er könne dann 7 halbherzige Kommentare in 2 Tagen schreiben, ist manuell auf NoFollow. Wenn ich sehe, dass die Qualität der Kommentare steigt, kann sich dies schnell wieder ändern, egal welches Thema die Ziel-URL hat. Geben und Nehmen.
- Kommentatoren die über 7 Kommentare geschrieben haben, ohne das ich sie vorher manuell auf NoFollow gestellt habe bekommen automatisch den Status Follow
Glückwunsch. Entweder die Kommentare gefallen mir weil du es ernst meinst, oder du hast am Anfang Gas gegeben um den DoFollow-Status zu erlangen. Einmal DoFollow heisst noch lange nicht immer DoFollow – vielleicht erhöht sich die 7 ja mit der Zeit auch auf eine 12, oder es gibt ein händisches NoFollow.
- Kommentatoren die ich kenne bekommen manuell den Status Follow, wenn ich es für angebracht halte auch vor dem 7. Kommentar
Klar. Linkgeiz ist uncool und ich teile gerne. Aber zock mich nicht ab
Auch hier gilt: Nehmen und Geben.
- Kommentatoren die ich kenne die ständig andere URLs nutzen bekommen manuell NoFollow
Nur nicht übertreiben, dann sind die Grenzen recht offen
- Kommentatoren bei denen ich das Gefühl habe es geht nur um den Link bekommen nach dem ersten Kommentar den Status Nofollow und sind auf meinem Radar
Habe ich das Gefühl, es geht wirklich nur um das platzieren eines Links, dann bist du nach deinen ersten Kommentaren auf NoFollow und die Hürde wird sich für dich auf mindestens 15 oder noch mehr guten Kommentare erhöhen. Auch hier zählt die Qualität und das Verhältnis zwischen nehmen und geben.
- Echter Spam landet auch im Spam!
Gibt es nicht viel zu sagen. Wenn du richtig spammst, dann bist du raus! Ein Keyword als Name wird nicht geduldet, egal wie viel Mühe du dir gibst!
Ich bin seit Jahren im Netz unterwegs und bilde mir ein, in dieser Zeit ein Gefühl dafür entwickelt zu haben, ob es sich um einen “echten Kommentar” oder einen Kommentar handelt der nur darauf abzielt einen Link zu platzieren.
O-Ton: Wer einen Blog hat, muss auch seine Kommentare pflegen und sich die Mühe machen, auch Links auf follow zu setzen. Alles andere macht das natürliche Netz kaputt und hilft keinem weiter.
2 Beispiele:
1) Max4711 mit der Hotmail/GMX/Yahoo eMail-Adresse kommt daher und schreibt einen 3-Zeiler Kommentar; gibt als URL www.kredit-credit-kredit-super-billig.de an; im Impressum oder auf der Team-Seite der im Kommentar angegebenen URL finde ich aber keinen Max4711; die Seite sieht schrecklich aus und hat keinen Mehrwert
Mein Fazit: Kann keine Verbindung zwischen Name, eMail und Webseite herstellen. Ich bin misstrauisch; der Link ist in jedem Fall NoFollow und ich stelle den Nutzer für weitere Kommentare manuell auf Nofollow um Ihn im Auge zu behalten.
2) Peterchen van Petersen mit der eMail-Adresse pp@kredit-super-dumper-billig.me kommt daher und schreibt einen wirklich sinnvollen Kommentar; gibt als URL www.kredit-super-dumper-billig.me an; im Impressum der Seite steht “Van Pertersen Finanzdienstleistungs GmbH”; die Seite sieht gut aus und der Kommentator zeigt seine echte Identität.
Mein Fazit: Der Kommentator zeigt das er “echt” ist; versteckt sich nicht und hat somit nichts zu verbergen; er gibt sich Mühe einen sinnvollen Kommentar zu hinterlassen; ich behalte ihm auf dem Schirm; wenn er vor seinem 7. Kommentar nicht manuell auf NoFollow gestellt wird, bekommt er seinen Link – wie alle anderen Kommentatoren ohne “Business-Link” auch.
Unter dem Kommentarfeld auf meinem Blog steht folgender Text, der eigentlich ganz kompakt beschreibt wie ich das mit den Links in den Kommentaren sehe. Zudem filtert dieser den gröbsten Schrott schon von Anfang an aus, der übliche Spammer hat keine Zeit sich zu bemühen und geht zum nächsten Blog. Versucht er es dennoch und die Qualität stimmt nicht, dann hat er einen NoFollow-Link und mir wenigstens etwas Content geschenkt. Das ist der Satz über meinem Kommentarfeld:
Bitte habe Verständnis dafür, dass ich Spamlinks mit einem Keyword als Name ohne weitere Vorankündigung löschen werde. Du kannst dir hier gerne deinen Backlink abholen, dann lies aber bitte den Beitrag, gib dir Mühe mit deinem Kommentar und nutze deinen echten Namen – “eine Hand die Andere”, du weisst… Anfänglich kann es sein, dass dein Backlink auf nofollow gesetzt ist, dies ändert sich wenn du hier häufiger aktiv bist!
Ihr seht, ich sehe das mit den Links in meinem Blog nüchtern betrachtet recht locker. Es ist ein Nehmen und Geben. Bei mir kann jeder seinen Backlink haben, egal ob es der Schildkröten-Liebhaber aus Merseburg, der Dubstep-Sender aus UK oder die SEOs von nebenan sind.
Hauptsache der Kommentator gibt sich Mühe, möchte mich nicht ver*** und gibt mir für einen Link auch einen gescheiten Kommentar mit gutem Content für meine Seite zurück – und das eben nicht nur einmalig, sondern als echter und regelmäßiger Besucher meines Blogs.
Wie hoch die Hürde für jeden Einzelnen ist, bestimme dabei ich alleine. Es kann also durchaus sein, dass der Kommentator der Finanz-Seite XYZ von nebenan mal 10 lange Kommentare mehr schreiben muss als alle Anderen. Aber tut er das, bekommt er seinen Link. Nehmen und Geben. Andere haben da anscheinend ähnliche Meinungen.
Warum der ganze Aufwand und die Differenzierung bei der Moderation von Kommentarlinks?
Ich halte die ausschließliche Nutzung des nofollow-Attribut schlichtweg für unsinnig. Das Netz soll ein Netz bleiben und wer daran teilnehmen möchte, sei es in Form eines Blogs oder eines Kommentators, der muss sich auch die Mühe machen auf Qualität zu achten. Der Blogbetreiber sollte seine Kommentare ordentlich im Auge behalten und manuell mit dem follow- und nofollow-Attribut arbeiten. Der Kommentator soll sich bei seinem Kommentar Mühe geben und selbst entscheiden, ob der Link den er angibt angebracht ist, oder eben nicht.
Meines Erachtens ist es nicht sinnvoll, Links von Kommentatoren mit einem Link zu Seiten mit denen Geld verdient wird, kategorisch auf nofollow zu setzen. Wenn der Inhalt des Kommentars sinnvoll und themenbezogen ist, soll er auch seinen Link haben – schließlich nimmt er aktiv am Internet teil und baut sich somit online eine Reputation, die seine Identität bestätigt, auf. Warum sollte dies nicht auch mit einem Link unterstützt werden, auch bei kommerziellem Linkziel? Ein Blog lebt von den Kommentaren, welche wenn es gut läuft auch einen positiven Einfluss auf das Suchmaschinen-Ranking haben. Also, nehmen und geben, oder überwiegt hier die deutsche Denke, dass man dem anderen die Butter auf dem Brot nicht gönnt?
Stellt euch vor, jeder würde seine Kommentare und im schlimmsten Fall noch Content-Links (wenn diese überhaupt existieren – Linkgeiz ist ja anscheinen noch immer geil) auf nofollow setzen. Das Netz wäre kein Netz mehr. Neue Seiten könnten nicht mehr wahrgenommen werden, oder gar eine eigene Stärke aufbauen ohne noch krassere Manipulationen wie dem Kaufen von Links zum Beispiel. Ich nehme nicht an, dass das unser Ziel sein sollte, oder?
Manch Betreiber von vielen Webseiten wird sich jetzt denken, dass man ja nicht alle seine Webseiten gründlich moderieren kann. Ich sehe es dann aber eher so, dass der Betreiber zu viele Webseiten hat, um sich anständig darum zu kümmern. Er soll also entweder das Kommentar-System ganz deaktivieren, die Kommentare gründlich moderieren oder sich eingestehen, dass er zu viele Webseiten betreibt.
In Zeiten von Google Panda & Pinguin ohnehin eine gute Idee, seine Vorgehensweise zu hinterfragen, oder? Ist das was ich hier tue eigentlich sinnvoll? Biete ich irgendwem einen Mehrwert? Wenn nein, muss man abwägen, ob man das Projekt nicht besser in andere Hände übergibt. (Ich verkaufe übrigens einige Projekte und Domains, wer Interesse hat, kann sich gerne bei mir melden
Wie seht ihr das? Sollen wirklich alle Kommentar-Links stets auf nofollow gestellt werden? Oder gönnen wir dem Anderen lieber die Butter auf dem Brot, wenn er uns auch etwas zurück gibt?
Titelbild: FlickR – arnold | inuyaki
Schlagwörter: Nachhaltigkeit, Plugin, SEO, Spam, Webmasterfriday

















15 Kommentare
[...] ist zum Beispiel das “Manual DoFollow” Plugin vom schweizer Entwickler Stefan Murawski. Yannick Spang hat sich in seinem Blog mit dem Plugin auseinandergesetzt. Ich möchte das Plugin zunächst in Ruhe [...]
Och Yannik, was schreibst Du denn hier so einen Roman. Da muss ich mir noch einen Kaffee holen, einer ging für Deinen Beitrag drauf. Ich finde, die Zeilen sind mit sehr sinnvollen Inhalten gefüllt. Die Klassifizierung von SPAM bei Kommentaren ist wirklich nicht einfach.
Man muss sich halt auch die Frage gefallen lassen, was es einem denn tut, wenn jemand beispielsweise seine Affiliate-Seite mit einem Deeplink im Kommentar einträgt. Wirklich schmerzhaft ist das für mich als Blogger nicht. Gefallen finde ich daran aber auch nicht. Zwischen Follow- und NoFollow-Kommentaren entscheide ich mich nicht. Bei mir steht nur zur Auswahl:
- Kommentar freigeben
- Kommentar als SPAM
- URL löschen dann freigeben
- URL (Deeplink) bearbeiten dann freigeben
Ich würde aber nicht sagen das ich mit meinem Vorgehen jeden Kommentar gleichwertig behandel. Das kommt vermutlich stark auf meine Tagesform an. Bei neueren Blogs installiere ich keine Plugins mehr um das Nofollow zu vernichten. Das steht bei mir einfach drin. Nur mit Nofollow ist eine WordPress Installation in meinen Augen auch “Durchschnitt” weil ich nicht glaube das die Mehrheit der Leute davon was versteht und es entfernt. Aus Google-Sicht finde ich es also wesentlich spannender das Standard-Durchschnittsblog bereitzustellen, anstatt mich zusätzlich zu den Kommentaren auch noch um Follow- o. Nofollow-Selektionen kümmern zu müssen.
Und jetzt einen guten Start in die Woche, Danke für den wertvollen Artikel!
Guten Morgen Sören,
danke für deinen Kommentar! Freut mich das Dir der Beitrag gefällt.
Das mit der Tagesform stimmt natürlich, geht mir genauso. Wo Du konkret den Mehraufwand siehst, wenn ich die Kommentare händig auf follow/nofollow moderiere ist mir gerade noch schleierhaft. Durch das Plugin, ist das nur 1Klick mehr (wobei ich gerade bemerkt habe, dass das Plugin nicht mit Jetpack harmoniert; muss ich nochmal schauen) und somit verkraftbar.
Der Vorteil dieser Art der Moderation liegt m.E. darin, dass der Kommentator somit einige Male versuchen kann, einen vernünftigen Kommentar zu hinterlassen um einen Link zu bekommen. Lösche ich den Link aber gleich raus, dann gibt er ggf. gleich auf – ich sehe das z.B. auch so!
Wenn ich einen (meist längeren) Kommentar abgebe und sehe, dass meine URL entfernt wird, obwohl ich mit echtem Namen, Mail & Bild kommentiere – der Kommentar an sich aber vom Blogbetreiber benutzt wird, dann fühle ich mich abgezogen und komme sicherlich nicht wieder.
Wie gesagt, mein Blickwinkel auf die ganze Geschichte: Geben und Nehmen!
Wünsche Dir auch einen guten Start in die Woche!
Beste Grüße,
Yannick
[...] Zeit heraus. Heute installiere ich solche Plugins nicht mehr. Manche Leute, wie beispielsweise der Yannick, kommen ja wirklich auf die Idee und „moderieren“ sogar das Attribut. Soll bedeuten, man stellt [...]
Ein wirklich sehr guter Beitrag von dir und extrem ausführlich. Ich finde deine Auflistung sehr gut. Bei mir im Blog sind Links grundsätzlich auf DoFollow gesetzt. Ich möchte ebenso wie Soeren nicht damit auch noch meine Zeit verschwenden wollen. Kommentare bearbeite ich nach belieben. Dabei schaue ich mir klar an wer dahinter stecken könnte und ob mit echtem Namen bzw. Email dieser gesetzt wurde.
Hallo Daniel,
danke für deinen Kommentar. Wie gerade eben schon auf Sörens Kommentar geantwortet, sehe ich da keinen wirklichen Mehraufwand und für den Kommentator ist es eine Art “Probezeit” einen guten Kommentar zu verfassen und dafür einen Link zu bekommen.
Löscht man den Link, schreckt man die Leute ab – nach aussen sieht das geizig aus. Ich kann jedoch auch nachvollziehen, dass man das ab einer bestimmten Größe auch nicht mehr macht.
Der O-Ton bleibt aber in jedem Fall: Wer einen Blog betreibt, der muss sich auch um seine Kommentare kümmern.
Beste Grüße,
Yannick
Guten Morgen,
ich habe eine Zeit lang versucht mit dem dofollow mehr Besucher und Kommentare auf meinen Blog zu locken, generell denke ich mir jedoch, wenn jemand etwas zu sagen hat, dann ist dem egal ob sein Link do- oder no-follow ist. Lockt man mit dofollow nicht auch Leute an, die man sonst nicht auf seinem Blog hätte und die eigentlich nur nach “dofollow” Blogs suchen aber eigentlich keinen echten Wert bieten?
Finde ich eine URL hinter einem Kommentar interessant, dann gehe ich drauf und lese auf dem Blog bzw. auf der Webseite. Sollte etwas passendes dabei sein, dann kann ich auch in einem weiteren Beitrag, zu einem späteren Zeitpunkt, gerne einen Verweis setzen.
Als kommentierender ist es doch auch schön, wenn Andere auf den eigenen Kommentar eingehen oder man den Beitrag den man kommentiert hilfreich ergänzen kann. Ich habe es schon oft erlebt, dass auch nofollow Links bei sinnvollen Kommentaren durchaus viele Besucher bringen können. Dies sollte doch das Ziel sein, echte und mehrwertige Besucher.
“Stellt euch vor, jeder würde seine Kommentare und im schlimmsten Fall noch Content-Links [..] auf nofollow setzen…[..]… ”
In meinen Augen zu viel “SEO” Denken mit drin, denn jemand der kein SEO betreibt braucht keine dofollow Links. Link als Empfehlung und Verweis bringt dann User von anderen Seiten. Man kann also Traffic aufbauen ohne dafür in den Serps oben stehen zu müssen. Stell dir vor, alles wäre auf nofollow, dann müsste sich z.B. Google mächtig etwas einfallen lassen, das Internet selbst würde aber weiterhin funktionieren und auch das “Verweisen”.
Dennoch sehr schöner und ausführlicher Beitrag der zum Nachdenken und Diskutieren anregt. Einen schönen Start in die Woche.
Guten Morgen Carsten,
danke für deinen Kommentar!
Ich sagte nicht, dass ich mit dem follow-Status jemanden explizit anlocken möchte. Es geht primär darum, dass jemand der gut kommentiert auch dafür belohnt werden soll – zum Beispiel mit einem follow-Link. Wenn alle etwas davon haben, dann steigt doch automatisch die Qualität, oder? So zumindest meine These, die m.E. nichts mit SEO Denken zu tun hat.
Beste Grüße,
Yannick
Zitat aus Deinem Beitrag: “Wahrscheinlich Anzeichen für Kommentarspam sind:
Name des Kommentators passt nicht zur angegeben Mail-Adresse”
Also ich finde nicht das es eine Rolle spielt ob Mail und Name passen…ich verwende generell meine “Support”-Mail…
Mit ist es viel wichtiger das der Kommentator einen Namen hat und nicht ein Keyword als Name einfügt!
Die Mail ist mir eigentlich gleich…ich weiß ja sowieso wenn die URL und die Mail nicht zusammenpassen das einer Linkaufbau betreibt, aber warum soll ich ihm den Link nicht geben wenn sein Kommentar dennoch hochwertig und Mehrwert für die anderen Leser bietet…
Zu den 400,-€ Jobern…die erkennt man ja auch, den gerade die sind es die schnell mal drei bis fünf Worte hinschreiben und fertig…
Ich denke wenn man wirklich über Kommentare Links aufbauen will, sollte man dennoch die Artikel vorher lesen und einen vernünftigen Kommentar schreiben, dann ist auch die Chance auf eine Freischaltung viel höher, auch wenn Name, Mail und Impressum der URL nicht zusammenpassen!
Bei mir habe ich irgendwann das “DoFollow”-Plugin installiert, jedoch hat sich im Bezug auf Spam auch nicht wirklich viel verändert…so lasse ich das Plugin drin…
Die einzigen Punkte wo ich nicht freischalte sind Ero…seiten und ähnliches, den das passt nun wirklich nicht auf meine Seite, da gibt es aus dem Bereich genügend Blogs wo man sich versuchen kann.
Sonst ist es auch wirklich von der Laune abhängig…aber generell schalte ich die Kommentare zu 99% frei…Spam wird bei mit von “AntispamBee” gefiltert und fertig!
Aber jetzt muss ich dann doch noch die bekannten 3 Wörter los werden…
Sehr guter Artikel…:-)
Viele Grüße
Meli
Hallo Melinda,
danke für deinen Kommentar! Deine Einstellung zur eMail-Adresse kann ich natürlich nachvollziehen. Allerdings finde ich, dass eine eMail-Adresse mit echtem Namen oder wenigstens Initialen natürlich noch mehr vertrauen schafft.
Ein Kommentar mit echtem Namen hätte somit bei mir bessere Chancen, als eine wie Du sagtest Support-Mail – insbesondere bei Zielen wie deiner Webseite. Aber wie gesagt, solange man, wie bei Dir, sehen kann wer tatsächlich dahinter steckt, geht das schon klar.
Beste Grüße,
Yannick
[...] hat, muss auch seine Kommentare pflegen und sich die Mühe machen, auch Links auf follow zu setzen (jinsiders.de). Als Google (und andere) das “rel=nofollow” Attribut eingeführt haben, ging ein Aufschrei [...]
Ich benutze Blogspot und dort werden alle Spam Kommentare sofort erkannt und gleich aussortiert. Es ist manchmal ganz lustig diese Spams zu lesen. Meistens sind sie auf englisch, doch der Inhalt ist oft gleich.
Wirklich extrem ausführlicher Artikel
Wir selbst nutzen auf unserem Blog nun auch bereits seit einigen Monaten das DoFollow Plugin. Ist zwar anfänglich etwas mehr Arbeit wenn man bekannte Kommentatoren gleich manuell freigeben will, aber einmal eingerichtet läuft es zuverlässig. Und in meinen Augen bei kostenlosen Plugins sehr wichtig: Es gab bis dato keine Fehlentwicklung, die dann etliche Updates hinterherzog.
Vielen Dank für das ausführliche -ich nenne es mal- Kompendium! Ich hoffe, dass wir Viagra und Co endlich sauber rausbekommen, ohne dabei den Mehrwert zu kicken/bestrafen.
Beim durchgehen der ganzen Webmasterfridays die ich verpasst habe letztes Jahr bin ich auf diesen Blogeintrag gestoßen. Normalerweise kommentiere ich nur Blogs, bei denen ich auch was konstruktives beizutragen habe, aber hier muss ich einfach einmal danke sagen.
Danke vielmals an Yannick für den super ausführlichen Artikel, der auch als Kapitel in einem Buch durchgehen würde und an die Kommentatoren Easy, Carsten und Melinda für eure Sichtweisen zu dem Thema. Selten stößt man heutzutage noch auf so umfangreiche Informationen.
Frohes neues Jahr,
Edward