Bei Jan auf www.joomla-downloads.de gibt es aktuell eine News über einen Entwickler von Erweiterungen und dessen Änderung des Preismodells. Der Post wird von einer hitzigen Diskussion im Forum begleitet. Mit diesem Blogpost hier möchte ich auf beides etwas eingehen.
Ich habe nicht den ganzen Thread gelesen, möchte jedoch gerne einen Input zum Thema geben, da ich denke etwas dazu beisteuern zu können. (Open-Disclosure für alle die mich nicht kennen: Ich habe meine Finger auch in kommerziellen Joomla!-Projekten)
Sicherlich ist die Art und Weise wie das hier passiert ist nicht okay. Er hätte diesen Schritt mindestens 6 Monate, oder besser noch 1 Jahr vorher ankündigen müssen. Das steht ausser Frage und ich heisse das Handeln des Entwicklers nicht für gut. Aber Fehler sind dazu da, um gemacht zu werden.
Deshalb möchte ich hiermit indirekt den Standpunkt des Entwicklers von NoNumbers etwas nachvollziehbarer machen. Ich kenne ihn nicht persönlich und habe weder etwas bei ihm gekauft noch umsonst von dort bezogen. Lediglich den Werdegang von NoNumbers habe ich auf dem Schirm und habe eben gelesen das Peter eine Frau und eine Tochter hat.
Ein paar Punkte auf die ich euch schubsen möchte. Ich hoffe ich kann euch ein paar Anregungen damit geben um euren Standpunkt etwas damit anzureichern.
a) Der Otto-Normal Programmierer ist kein perfekter Kaufmann!
Der NoNumbers Entwickler ist wie viele Andere einfach durch Zufall auf sein Geschäftsmodell gestoßen. Anfänglich hat er zum Spaß entwickelt, sah das es gut ankam und hat mehr entwickelt. Mit der Produktpalette wächst der Aufwand und insbesondere der Support. Wie ich auch hier oft gelesen habe, ist/war der Support bei NoNumbers stets sehr gut. Je beliebter Erweiterungen sind, desto größer wird die Reichweite. Eine gefährliche Kiste! Warum? Man kann es nicht skalieren. Erkläre ich weiter unten…
b) Projekte entwickeln sich und man muss reagieren!
Auch beim Start von NoNumbers war nicht abzusehen, was heute, Jahre später für Gegebenheiten herrschen. Es existieren komplett andere Joomla! Versionen, die zeitgleich gepflegt werden müssen und sogar vollständig andere Release-Zyklen als noch vor 2 Jahren. Auf einen Schlag ist die ohnehin schon knappe Planung um das doppelte oder gar ein anderes Vielfaches an Aufwand übertroffen. Und nun?
c) Eine Lifetime-Lizenz für eine Software anzubieten, ist fast unmöglich!
Eine Lifetime-Lizenz anzubieten ist, wenn man auf eine andere Software, wie in diesem Fall Joomla! aufsetzt, meiner Meinung nach fast unmöglich. Zu viele Unbekannte. Schraubt man sein eigenes kleines Tool, das Stand-Alone vollständig autark von anderen Einflüssen läuft, dann kann das vielleicht funktionieren, dann aber auch nur, wenn immer neue Kunden hinzukommen. Ansonsten hat man den KFZ-Effekt, tankt man nicht mehr nach, bleibt das Auto stehen. Eigentlich eine ganz simple Angelegenheit, die jeder nachvollziehen können sollte. Wagt man den Schritt doch, dann eben zu gesalzenen Preisen, die dann aber nachzuvollziehen sein sollten.
d) Lifetime Support für eine Software anzubieten ist unmöglich!
Das schaffen nicht einmal die ganz ganz Großen. Auch dort muss man Upgrades kaufen. Es wäre Irrwitzig anzunehmen, dass man gegen eine Einmalzahlung sein ganzes Leben lang Support erhält. Sogar für reelle Waren und Güter endet irgendwann die Garantie und Gewährleistung und somit auch der Support. Bestes Beispiel der IE6, ein Kostenfresser für Microsoft, der sich nur bezahlt macht, wenn die Firmen wirklich ihre Netzwerke auch mal Upgraden werden.
e) Support
Der normale Joomla!-Anwender hat ein Ziel. Er möchte seine Webseite fertigstellen, in der Regel zieht er hierzu einmal durch alle verfügbaren kommerziellen und unkommerziellen Verzeichnisse der Download-Anbieter und rüstet sich ein mit allem was er in dem Moment meint gebrauchen zu können.
Katastrophal wird es dann, wenn alles installiert ist
Der Support für die Anbieter explodiert gerade zu. Leider beobachte auch ich, dass die Supportbereitschaft oftmals ausgenutzt wird und sobald man eine kommerzielle Erweiterung bezogen hat, lädt man bei diesem Anbieter auch gerade noch seine ganzen anderen Fragen ab. Der Anbieter beantwortet diese in der Regel auch, weil er den Kunden zufrieden stellen möchte, denn wenn er dies nicht tut, hagelt es, egal ob zu recht oder nicht, schlechte Bewertungen auf allen Kanälen. In einem gewissen Stadium kann dies durchaus existenzgefährdend für den Entwickler oder gar die Firma sein. Also wird geschluckt und supportet.
Eine kleine Besonderheit hätte ich hierbei fast vergessen. Die ganzen Freiberufler, Webdesigner und Agenturen die oftmals am meisten Fragen haben. Diese machen den Kunden saftige Preise und lassen sich dann beim Extension-Entwickler den Support dazu geben, unlimited und egal, ob zur erworbenen Extension related oder nicht. Die Entwickler geben den Support aber auch gerne, dazu gibt es die Entwicklerlizenzen – aber nicht einmal die werden der Fairness zu liebe erworben wie sich das gehört.
Dann gibt es noch einen Punkt der sich Dokumentation schimpft, diese werden, egal wie gut, meistens nicht gründlich gelesen.
Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass der Normale Anwender in der Regel je nach Schwierigkeitsgrad und Konfliktpotential (z.B. Javascript Modul mehr als Voting-Plugin) der Extension 40-70 Minuten Supportaufwand „verursacht“.
Nun stellen wir mal Modelle wie…
- „free Updates; 1 Jahr Support; alle Extensions“ -> 50€
…oder wie Viktor das macht…
- „free Updates; alle Extensions; 14 Tage Support“ für 9,90€ bzw. 19.90€
...VOR Steuern gegenüber.
Klingelt es? Rein kaufmännisch ist es einfach nicht möglich, schon gar nicht, wenn der Aufwand mal so viel wird, dass man Angestellte, ein Büro, Hardware, Software usw. haben muss. Das Ding ist, jede beliebte Erweiterungsschmiede wird SICHER an diesen Punkt kommen. Darum am besten von vornherein richtig kalkulieren. Mehr dazu weiter unten…
f) Das Modell „Freiwilliges zahlen“
Bei NoNumbers war es vorher so, dass man die Extensions sowohl gratis als auch kostenpflichtig bekommen konnte – ohne Unterschiede. Die Hoffnung war, dass alle die eine Webseite mit kommerziellem Hintergrund (ab einem Adsense-Banner ist man kommerziell.) betreiben möchten, auch die Extensions zahlen. Weit gedacht. Quasi eine Geschichte aus dem Open-Source Märchen-Wunsch-Buch. Das läuft nicht. Könnt Ihr vergessen!
So hart sich das anhört, 85% der Nutzer würden niemals auch nur einen Cent freiwillig zahlen, wenn sie die Chance haben alles auch kostenlos zu bekommen – sicher!
Die Steigerungsforum davon sind dann die Downloader, mir wird schlecht wenn ich sehe wie viele Webseiten unsere Templates nutzen ohne jemals einen Euro dafür bezahlt zu haben. Ganz zu schweigen von „Webdesignern“ die ein Template, eine Extension einmal kaufen und sie dann entgegen der Lizenz auf 10 Kundenseiten einsetzen und die Kunden dafür natürlich fett abkassieren.
Worauf ich damit hinaus wollte… Wertschätzung ist eine Seltenheit, der Großteil ist nur auf seinen Vorteil bedacht und denkt nicht daran freiwillig zu zahlen. Wie viele Spenden gehen noch gleich jedes Jahr an für Joomla! selbst ein? Würde jeder Downloader nur 1€ spenden, dann wäre der aktuelle Betrag schon um ein vielfaches überschritten. Das sagt im Grunde alles, oder nicht? Viktor, wie viele Spenden gehen bei dir im Verhältnis zu den Downloads ein?
Dennoch kann ich die Empörung von Jan und den Anderen aus dem JD-Forum mehr als genug nachvollziehen. Das Problem an der Geschichte ist nur, dass Leute wie Jan & Co die rühmliche Ausnahme sind und in keiner Weise die Regel – was wiederum ein Modell einer freiwilligen Zahlung unmöglich macht. Daran gibt es nichts zu rütteln!
In Anbetracht dessen ist es fast purer Hohn, wenn man im JD-Forum Äusserungen wie diese (ohne dem Autor zu nahe treten zu wollen; ist nur ein gutes Beispiel!) findet:
Ich glaube ehrlich gesagt, dass dies nicht lange auf sich warten lässt bis er die Strategie wieder wechselt. Glaube kaum, dass sich wer findet und knapp 500€ für paar Tools hinblättert.
Ich kann es auf einer Art verstehen, wenn man etwas Geld verdienen möchte, aber man sollte hier definitiv aufpassen, dass der Bogen nicht überspannt wird. Letztendlich trifft es den Privatanwender und somit wahrscheinlich die breite Masse.
Mal ganz abgesehen davon, dass die Aussage Quatsch ist. Der Großteil der Joomla! Nutzer baut seine Webseite um damit Kohle zu verdienen! Wenn es ja nur “ein paar Tools” sind, kann man da ganz drauf verzichten, oder sie selbst bauen – ist ja einfach, oder?
g) Geschäftsmodell ist nicht skalierbar
Weiter oben habe ich schon von „wachsenden Projekten“, „ein Programmierer ist kein Kaufmann“, „absurden Preismodellen“ und dem immensen Support- und Pflegeaufwand von solchen Projekten gesprochen.
Kurz zusammen gefasst kann man das „unskalierbar“ nennen. Solange Leute wie Peter oder auch Viktor das alles nebenbei, als Student, Schüler oder einfach nebenberuflich und alleine machen und eine bestimmte kritische Masse an Kunden und Aufwand nicht überschreiten, ist auch alles in Butter. Dies wird aber nicht funktionieren, denn wenn sie gut und billig sind, dann rennen die Leute ihnen die Bude ein. Der Tag hat nur 24 Stunden und selbst wenn man solch ein Geschäft dann alleine und Fulltime betreiben würde, dann würde entweder die Qualität, die Gesundheit, die Familie oder zumindest aber die eigene Zeit vollständig auf der Strecke bleiben. Das geht genau ein Jahr gut, dann hat man eine Sinnes- und wenn es dumm läuft auch eine Lebenskrise und fällt ganz aus.
Was muss man also tun? Richtig. Angestellte müssen her, somit auch Büroräume, Computer, Software, eine Kaffeemaschine
und alles Weitere was so zu einer echten Firma dazu gehört. Ich werde an dieser Stelle keine konkreten Zahlen vorrechnen, aber eines kann ich euch sagen. Gehalt geteilt durch Stunden Arbeitszeit im Arbeitsvertrag sind ein Witz, passt niemals. Ein Angestellter in dieser Branche kostet euch effektiv MINDESTENS 30€. Die Einnahmen sind nicht gleich EUER eigenes Geld! Mehrwertsteuer geht ab, Gebühren, Lohnsteuer, Krankenkasse, Internet, Strom, ggf. Werbung usw. usf.
Soweit alles klar, oder? Bleiben wir mal bei den 30€ Mindeststundenlohn von gerade eben und verknüpfen diese mit dem von mir genannten Supportaufwand je Extension im Mittel, also 55Minuten.
Nehmen wir mal an, ein Kunde nutzt also 4-6 Extensions. Passt das ganze schon nicht mehr in die Kalkulation.
Nicht einmal wenn jede Extension nur einmalig (was fast nie der Fall ist) 10Minuten Support verursachen würde. Bedenkt, da sind noch KEINE anderen Kosten abgezogen und es wurde noch kein Cent Gewinn gemacht. Im Gegenteil, man würde drauf zahlen. Witzig, was?
Was würde also bleiben? Richtig, entweder alleine weitermachen und jeden Tag 18-19 Stunden am Computer verbringen (kein Witz) und beim ausrechnen seines Stundenlohn die Tränen in die Augen bekommen und den Laden zusperren.
Oder alternativ die Preise vernünftig ausrichten. Stundenlohn 65€ zzgl. MwSt., darunter geht nichts! Und auf diesem Preis muss auch jede weitere Kalkulation basieren. Alles andere ist Augenwischerei und geht auf Dauer nicht gut - zumindest nicht, wenn man die Arbeit in Niedriglohn-Ländern wie die ganzen „bekannten“ Provider verrichtet. Warum kommen und gehen die ganzen Freiwilligen denn wie Gäste im “Pret A Manger” in London? Denkt bitte bloß nicht, dass man bei einer Kalkulation von 65€ im Geld schwimmt, auch das ist ein Trugschloss! Ich fahre auch noch meinen alten gammeligen Peugeot 206, trotz das ich den ganzen Tag hart arbeite.
Was passiert wenn man die Preise wie im Fall von NoNumbers anhebt? Richtig, es springen eine ganze Menge Kunden ab, zeitgleich sinkt also auch der Aufwand. Im Umkehrschluss zahlen die Anderen aber mehr, und erhalten eine sehr gute Leistung was Support und Produkt anbelangt.
Billig UND gut funktioniert auf Dauer nicht – kurz und schmerzlos! Lehrt man das nicht auch in den ganzen Gründerworkshops? Die Erwartungshaltung ist aber genau das!
h) Auch Viktor muss aufpassen, dass er nicht in den Teufelskreis gerät
Viktor, dies geht an dich persönlich. Lies dir die Zeilen hier gut durch. Ich mag deinen Enthusiasmus, aber du manövrierst dich hier in eine Sache rein, aus der du nur auf die gleiche Weise rauskommen wirst wie Peter von NoNumbers, nämlich damit Leute zu verärgern – du weisst es nur jetzt noch nicht.
Genauso wie ich es vor 4 Jahren nicht wusste und Peter es vor 3 Jahren auch nicht wusste.
Eine Preiserhöhung wie die von NoNumbers hat nichts mit abgehoben zu tun, sondern vielmehr mit kaufmännischer Notwenigkeit. Professionalisierung ist Schwierig und man macht Fehler dabei. Wenn man aber die Chance hat, aus den Fehlern von Anderen zu lernen, dann sollte man das unbedingt tun
Überlege dir 3 oder besser 10mal, ob du die NoNumbers-Extensions auch noch Forken möchtest, dir noch mehr Arbeit und auch Verantwortung aufhalsen möchtest nur um am Ende zu sehen, dass du in 1 oder spätestens 2 Jahren den gleichen Schritt gehen musst wie NoNumbers jetzt. Dann bringen dir Anerkennung, Backlinks und Freunde & Fans in der Szene auch nix mehr…
(Info: Viktor ist ein Teilnehmer der Diskussion im JD-Forumder unter joomla-extensions.kubik-rubik.de diverse Joomla Erweiterungen anbietet.)
Mein Fazit zum neuen NoNumbers Konzept?
Hand auf´s Herz. Im Groben und Ganzen absolut okay! Nur glaube ich nicht an die Lifetime-Geschichte, aber die muss ja auch niemand kaufen.
Ich beobachte NoNumbers schon eine ganze Weile und ich habe selten eine Extension-Schmiede gesehen, die so regelmäßig Updates fährt, neue Features bereitstellt und wie man hört auch noch erstklassigen Support bietet. Warum also nicht zahlen?
NoNumbers bietet fast 20 Extensions inkl. Support an. Alle sind einzeln für 20€ zu habe, manche auch 40€ (wenn man genau hinschaut, sind das die den meisten Support verursachen werden) wo liegt also das Problem? Du bekommst Hilfe und Updates. Wer Ernsthaft das „Lifetime Bundle“ benötigt, sollte sich nach meinen oben genannten Punkten also ernsthaft Gedanken machen, ob ein Preis von 495€ nicht doch gerechtfertigt ist, wenn nicht sogar noch mehr
Wenn nicht? Kauft halt die einzelnen Module, dann spart Ihr dem Entwickler Arbeit, und habt trotzdem was Ihr wollt. Wir erinnern uns: Gut und billig geht nicht! Also eine Win-Win-Situation. Right? Gleiches gilt für die neue Unterscheidung zwischen Free und Pro, du bekommst etwas gratis, was dir hilft ein Problem zu lösen. Möchtest du mehr, muss man eben zahlen. Wie bei Zoo und anderen Komponenten und Templates auch. Ist das nicht legitim? Ich finde schon, dass es das ist.
Zum Abschluss noch ein Punkt, um Aussagen in diese Richtung zuvor zukommen. Die Extensions umsonst anbieten und nur Support kostenpflichtig anzubieten funktioniert leider auch nicht. Denn dann hagelt es, wie immer, schlechte Bewertungen. Egal ob es an der eigenen Unfähigkeit, einem Konflikt mit anderen Extensions, Faulheit (nicht lesen von Dokus) oder sonstigen Gründen liegt.
Lediglich meine bescheidene Meinung. Was sagt Ihr dazu?
Schlagwörter: Entwickler, Interessantes, Kommentar, Software, Strategie














16 Kommentare
90% Zustimmung.
Die Art und Weise ist dennoch ein bisschen diskussionswürdig. Immerhin wurden bestehende Extensions in der Free-Version in ihrer Funktionalität beschnitten. Das bedeutet, dass Benutzer der Erweiterungen mehr oder weniger “gezwungen” sind, auf die Pro-Version zu wechseln, wenn sie auf bestimmte Features angewiesen sind. Es wäre sicher besser zu vermitteln gewesen, wenn neue Versionen zusätzliche Funktionen haben, die dann nur in der Pro-Version enthalten sind. Das wäre in der Umsetzung natürlich erheblich aufwändiger und langwieriger.
Insbesondere Anwender, die (wie ich) in der Vergangenheit die kommerzielle Lizenz erworben haben und diese Extensions bei ihren Kunden einsetzen, sehen sich jetzt in der Situation, ungeplante Kosten zu schlucken oder an ihre Kunden weiterzugeben – wie gesagt: ohne zusätzliche Funktionalität. Glücklich der, der die im Rahmen von z.B. Wartungsverträgen kompensieren kann.
Dann sind da noch die Kleinigkeiten, die von anderen beigesteuert wurden. Ich kann nur von mir sprechen – ich habe die Virtuemart-Anpassung für “Add To Menu” kostenlos erstellt und diese ist nun Teil der Pro-Version. Ich habe ihn per Mail gebeten, dies in der Free-Version verfügbar zu machen. Davon abgesehen ist gerade hier die Angabe in der Produktbeschreibung nicht korrekt: inzwischen ist VM2 verfügbar und in “Add To Menu” ist nur die Anpassung für VM1 enthalten. In der Produktbeschreibung steht nur “Virtuemart”. Ich als Kunde würde dann davon ausgehen, dass auch die aktuelle Version gemeint ist…
Die Preise für einzelne Erweiterungen sind m.E. (gerade) noch im Rahmen. In der Summe hat eine Seite aber schnell 3 – 4 Nonumber Extensions – dann ist das schon spürbar. Der Sprung für Unlimited/Lifetime (oder wie auch immer) von erst 75, dann 95 auf jetzt 495 ist natürlich auf den ersten Blick immens. Ich will gar nicht werten, ob das zu teuer ist – es ist vielen Benutzern aber sicherlich schwer zu vermitteln – man denke dran: sie sind evtl. gezwungen diesen Schritt zu tun, wenn sie auf bisher vorhandene Funktionen angewiesen sind.
Und das ist dann auch meiner Ansicht nach nicht so lustig: man setzt Erweiterungen unter bestimmten Voraussetzungen ein (z.B. bezahlte kommerzielle Lizenz) und wird ohne eigene “Schuld”, ohne eine Verbesserung und ohne echte Alternative zu dieser Entscheidung gezwungen. Das ist zumindest bei mir (bei aller Sympathie für Peter) der Grund für eine gewisse Verstimmung.
Da hilft auch der Gutscheincode in Höhe meiner kommerziellen Lizenz nicht viel – der nützt mir nur etwas, wenn ich diese “erzwungene Entscheidung” zu seinen Gunsten treffe.
Hallo Thomas, danke für deinen Kommentar!
Ich gebe dir in gewisser Weise recht, jedoch habe ich daraufhin folgende Fragen und Anmerkungen
1) Warum sind Nutzer aktuell gezwungen zu updaten? Die bisherigen Versionen sind doch lauffähig und vollumfänglich?
2) Der saubere Weg wäre gewesen, alle bisherigen “Lifetime”-Versionen weiter laufen zu lassen und alle neuen den Mehrpreis zahlen zu lassen. Richtig? Trotzdem glaube ich nicht, dass eine Lifetime-Lizenz in irgendeiner Form Realitätsnah ist.
3) Du setzt teilweise NN-Erweiterungen bei deinen Kunden ein. Klar hättest du nun Mehrkosten. Ich gehe aber einfach mal davon aus, dass du nicht die Erweiterung selbst verkaufst, sondern deine Leistung als Spezialist. Welche Tools du dazu nutzt spielt dabei eig. keine Rolle und wenn man es genau nimmt, sollte sich das auch weiterhin von selbst tragen. Es schmälert höchstens die Marge, was auf´s Jahr gerechnet aber nicht viel ausmachen sollte im Verhältnis zum Nutzen die du daraus zielst. Kurz: Derjenige der Dir die Arbeit erleichtert verdient nun mehr. Für dich eine einmalige Mehrausgabe, die sich auf 12 Monate ausgleichen lässt.
4) VM 1/2 – Falsches Advertising. Das ist natürlich ein Fail. Doch gilt auch hier. Fehler sind dazu da um gemacht zu werden. Ich gehe einfach mal davon aus, dass dies geändert wird, wenn du ihn nur darauf hinweist, oder?
5) Von der “Crowd” entwickelte Features nun in die Pro-Version zu packen hört sich im ersten Augenblick grenzwertig an. Darüber kann ich mir aber kein Urteil bilden. Ich kenne die Erweiterungen wie gesagt nicht.
6) Insgesamt ist da wohl einiges falsch gelaufen, was ich jedoch in jedem Fall unter “Fehler während der Professionalisierung” verbuchen würde. Ich nehme an, wenn man nur vernünftig argumentiert, lässt sich der Entwickler sicher auf alle möglichen Deals ein.
Beste Grüße,
Yannick
1. sie sind in dem Moment gezwungen, wenn ein Update notwendig wird – sei es durch Sicherheitslücken, Joomla usw…
2. “Lifetime” ist aber nun mal das, was er anbietet
Das gab es übrigens schonmal bei Phil Taylor (mit viel Unmut bei den Kunden): Phil-A-Form kam auch mit “Lifetime-Updates”. Als dann J1.5 rauskam, sollte das Update nicht mehr enthalten / kostenlos sein. Darauf wurde aus Phil-A-Form eben ein neues Produkt: Joomla Forms. Das lief dann unter J1.5, aber musste neu gekauft werden. Soviel zur Realität bei Lifetime-Updates – da gebe ich Dir Recht…
3. darum geht es gar nicht. Es geht viel mehr um “abgeschlossene” Projekte, bei denen die Tools zum Einsatz kommen. Im Moment kann der Kunde ganz ohne mein Zutun und ohne Extrakosten im NN-Extensionmanager updaten. Das geht jetzt nicht mehr. Die entstehenden Kosten muss jemand tragen – und der Kunde wird nicht glücklich darüber sein
Wenn ich für mich entscheide, diese Tools unter den Bedingungen einzusetzen, dann ist das Bestandteil meiner Kalkulation. Aber diese Bedingungen haben sich geändert – und das ist das “Problem”.
4. Dieser Hinweis war ebenfalls Bestandteil meiner Mail
5. Mal sehen, was er dazu sagt. Bisher habe ich keine Antwort… Aber spätestens bei JAB12 trifft man sich ja
6. Stimmt… es hätte so viele andere Möglichkeiten gegeben, das vielleicht “fairer” zu gestalten. Längere Ankündigung, gestaffelte Preise, …
Man sollte bei der “Problematik” auch nicht nur aus “unserer” Sicht argumentieren. Es gibt durchaus Länder, in denen Joomla sehr stark verbreitet ist, in denen 20 Euro ein nicht zu unterschätzender Teil eines Website-Budgets ist. Sicher kann jemand, der hier seine Miete zahlen muss da nur begrenzt Rücksicht drauf nehmen – aber unter dem Aspekt, dass sich unerwartet die Voraussetzungen geändert haben, haben diese Beträge dort größere Auswirkungen als bei mir…
Danke für den Artikel. Besser kann man den Zustand nicht beschreiben. Ich bin jetzt gerade 60 geworden, und bin entsetzt darüber wie sich unsere Gesellschaft in den letzten Jahren verändert hat.
Alle wollen alles nur noch umsonst.
Wenn man am Anfang des Inernet noch einen Spendenbutton eingerichtet hatte, kam wirklich noch etwas zusammen, das die Kosten deckte. Und heute? Dan musste du aufpassen, dass sie dir nicht auch noch den Spendenteller klauen.
Wie frech Leute werden, wenn man nicht direkt antwortet sieht man ja in verschiedenen Foren. Obwohl alles kostenlos und freiwillig ist.
Aber viele Menschen haben das Lesen verlehrnt. Vielleicht liegt es daran. Ich persönlich arbeite jetzt 6 Jahre mit Ubuntu und 4 Jahre mit Joomla, noch nie brauchte ich einen Support, Alles konnte man irgendwie erlesen.
mfg
Paul
@Thomas
1) Gab es nicht gerade akute Sicherheitslücken in den NoNumbers Extensions? Soweit ich weiß, hat er hierfür einen gratis Patch geliefert, oder? ist doch cool.
2) Auch ein Weg
Darum mein Hinweis an Viktor, dass man aus Fehlern von anderen lernen sollte. Hätte Peter besser mal aus Phils Fehlern gelernt
3) Naja, da sind wir aber wieder beim Ursprungsthema. Deine Kunden verdienen Geld mit ihren Seiten. Dann müssen Sie künftig halt wenn Sie 4 Extensions haben ggf. 80€ im Jahr zahlen. Sie bekommen ja auch eine Gegenleistung dafür. Du warst der Kunde, nun sind auch deine Kunden Kunde und der Entwickler wird entsprechend besser entlohnt
4+5) Im Internet oftmals schwierig, aber persönliche Gespräche sind meist der bessere Weg. Wir kennen es alle.
6) Das ist natürlich wahr, aber schwer änderbar. Mal davon abgesehen, nehmen Anbieter AUS diesen Ländern bei Ihrer Preisgestaltung Rücksicht auf uns?
Da kommen wir nun ganz tief in die Volkswirtschaft. Irgendwann booten uns die billigen Länder aus, heben dann die Preise an und das Spiel geht von vorne los. Lustig.
@Paul
Danke Dir für deinen Kommentar. Du sagst es. Ich frage mich bloß warum die breite Masse das nicht versteht. Braucht es wirklich den ganz großen Knall?
Hallo Yannick,
vielen Dank für den ausführlichen Artikel und der expliziten Warnung im Text an mich.
Ich muss dir recht geben, finanziell lohnt sich mein aktuelles Vorgehen (Subscriptions-Modell + Spenden) nicht. Wenn ich damit reich werden wollen würde, dann müsste ich (leider) denselben Weg wie NoNumber gehen. Die wenigen Einnahmen reichen aus, um einige Kosten abzudecken, mehr auch nicht. Das Verhältnis von Spenden zu Downloads will ich gar nicht ausrechnen, denn sonst würde ich wohl das Verlangen verspüren, das Geschäftsmodell sofort zu ändern. Sagen wir es mal so: wenn ich für jeden Download nur 1-2 Euro verlangen würde, dann wäre ich schon fast Millionär…
Es gibt jedoch einen Grund, warum ich das momentan so betreibe: es macht mir einfach Spaß! Ich leiste gerne meinen Beitrag für die Community. Solange ich Spaß daran habe und es die Zeit zulässt, werde ich weiterhin meinen Teil beitragen. Ich möchte auch niemanden an mich oder meine Erweiterungen binden, deswegen habe ich die Subscriptionsdauer auf 14 Tage gesetzt (31 Tage wären auch noch akzeptabel). Ich halte ebenfalls nichts von diesen “Lifetime” Lizenzen, die vollkommen unrealistisch sind.
Ich habe viele Jahre alles kostenlos gemacht. Doch mit der Zeit habe ich das Supportvolumen einfach nicht mehr ohne Einschränkungen von anderen Sachen bändigen können. Deshalb war ich gezwungen, zumindest für den Support etwas zu verlangen. Und nicht mal dafür möchten die Leute Geld zahlen. Ich habe täglich dutzende Supportanfragen per E-Mail und im kostenlosen Bereich. Zumindest muss ich diese nicht mehr beantworten…
Wer weiß, vielleicht wird es eines Tages Pro-Versionen von meinen Erweiterungen geben?! Aber die Community kann sich darauf verlassen, dass ich niemals die vorhandenen freien Erweiterungen irgendwie künstlich verschlechtere oder einschränke. Dieser Tag wird nicht bald sein (wenn überhaupt), da ich momentan keine Zeit und Lust dazu habe. Ich werde weiterhin die kostenlosen Erweiterungen pflegen und der Community zur Verfügung stellen. Ich freue mich über jedes Danke, Review im JED und jede Spende!
Das geht an alle:
Du kannst Joomla! helfen! Wie? Lesen und ausführen: http://support.joomla-nafu.de/de/
Gruß
Hallo Viktor,
danke für deine Reaktion. Wenn du wegen Support-Frust aber irgendwann keinen Spaß mehr hast und deshalb aufhörst, dann ist das ebenfalls nicht besser, als der Weg den NN nun ging. Die Benutzer gucken auch dann in die Röhre.
Aber ich denke du weisst was ich meine und ich weiss, was du meinst und vorhast. Viel Erfolg!
Beste Grüße,
Yannick
Hallo an alle,
ich verfolge die Diskussion nun auch schon eine Weile und möchte auch einen Aspekt erwähnen, der hier bisher wenig aufgetaucht ist. Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der sich um Kinder aus schwierigen Verhältnissen kümmert und finanzieren uns ausschließlich aus Spenden, Mitteln aus Stiftungen etc. Wir betreiben mehrere Webseiten und alle werden ehrenamtlich nach der eigentlichen Arbeit geplant, erstellt, gewartet, aktualisiert …. Natürlich wissen auch wir, dass es gute Arbeit und schnellen Support nicht umsonst geben kann. Aber wir benötigen Modelle, die unsere ehrenamtliche Arbeit unterstützen bzw. die notwendigen Kommunikation im Web möglich machen. So tut es uns in diesem Fall besonders weh, da wir die nun kostenpflichtigen Module nicht bezahlen können und auch keine kurzfristige Einnahme- oder Finanzierungsquelle dafür haben. Die vorher investierte Zeit für den Einsatz dieser bisher kostengünstigen Module ist nun verloren und wir müssen weiteren Aufwand für die Suche nach Alternativen aufwenden. Daher ist Planungssicherheit und Zuverlässigkeit für uns ein sehr wichtiger Faktor bei der Auswahl der Komponenten und Module. Wir bezahlen auch für viele diese gern angemesse Beträge, weil uns regelmäßige Updates, Sicherheitspatches wichtig sind.
Gruß
Mathias
Hallo Mathias,
ich stimme dir zu, dass das ein Sonderfall ist.
Ich gebe dir einen Tipp, verfasse einfach eine eMail an den Entwickler und schildere ihm genau diese Situation. Ich wette, es lässt sich in jedem Fall ein special Deal finden. Sei es gegen eine Erwähnung im Backend, oder gar komplett gratis.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Entwickler nein sagt. Das Ihr in diesem Fall pro-aktiv sein müsst versteht sich von selbst.
Wir haben ebenfalls häufig Anfragen in diese oder ähnliche Richtungen und bisher haben wir immer schnell und unkompliziert eine Lösung mit den jeweiligen Personen gefunden! Versuche es einfach.
Beste Grüße,
Yannick
Ich will jetzt nicht jeden Punkt ausdiskutieren – ich denke, dass was mich stört ist klar geworden. Ich wünsche Peter viel Glück mit seinem Geschäftsmodell – ich habe ja noch etwas Zeit um mich zu entscheiden…
Ich betreue auch Seiten für einen gemeinnützigen Verein. Aktuell verwende ich zwei Erweiterungen, Tabber und Templater. Beides ist nicht zwingend notwendig und leicht zu ersetzen. (Hab sie deshalb verwendet, weil Nonumber immer am Ball war)
Eigentlich sollte man immer die Seite so bauen, dass sie ohne weitere Erweiterungen auskommt. Alles andere ist dem Glück überlassen. Da kann ganz schnell der zuverlässigste Entwickler einen Unfall haben und schon war es das.
Ich sehe es auch so, dass es immer weniger kostenfreie Erweiterungen geben wird. Aber es wird weiterhin kostenfreie Erweiterungen geben. Denn Seiten von guten Erweiterungen haben einen hohen Pagerank, das alleine schon ist ein Wertzuwachs, der sich in Geld umsetzen lässt.
Dadurch dass vermutlich viele Erweiterungen zukünftig (empfundender Trend) kostenpflichtig werden, gibt es für unbekanntere Entwickler eine gute Chance. Das Rad wird sich immer drehen. Als Websitenentwickler muß man entweder sehr flexibel reagieren oder tiefer in die Tasche greifen.
Ich könnte mir ein Modell vorstellen, dass der Download einer Erweiterung nur durch Bezahlung mit 1-2€ per Handy oder Telefonrechnung erfolgt. Das ist kleines Geld, die Masse füllt dann das Konto auf. (Wäre doch was für Viktor)
Dass Nonumber Geld nimmt ist völlig in Ordnung. Obs 500€ sein müssen – kann ich so recht nicht beurteilen. Lieber 100 Leute á 500€ als unzählig viele Nutzer, die ab 5€ meinen, sie hätten die Welt gekauft.
Die Live-time-Geschichte und der 3-Monatsgutschein ist natürlich absoluter Mist. Das ist so der Wermutstropfen an der Geschichte und widerspricht meinem Bauchgefühl das ich zu Nonumber hatte.
Man wird Nonumber vermutlich genau beobachten. Sollte sein Modell Erfolg haben wird es vermutlich vermehrt Nachahmer geben.
Hallo Roland,
danke für deinen Kommentar, du hast hier ab sofort auch Follow-Links in den Kommentaren
Die 500€ sind wie bekannt ist für ALLE Erweiterungen. Wenn du nur 2 nutzt, kommst du ja mit 40€ im Jahr aus – wie gesagt würde ich als gemeinnütziger Verein einfach mal beim Entwickler anfragen. Da geht immer was
Beste Grüße,
Yannick
Danke für den Follow Link.
Deshalb habe ich aber nicht geschrieben.
Ich habe über 2 Tage hinweg geschrieben und immer wieder verworfen.
Das Thema ist generell recht schwierig. Man kann jeweils den gegenteiligen Standpunkt einnehmen und gegen sich selbst diskutieren.
(Mit Thema meine ich nicht speziell Nonumbers)
Wir wissen inzwischen das Du Probleme mit ‘lifetime’ oder ‘unbegrenzt’ oder ‘sehr lange’ oder was auch immer hast.
FAKT ist das ein anderer dies gemacht hat, Puznkt und Schluss.
Die gemotzerei ist NUR AUFGEKOMMEN weil bereits Leute die etwas bezashlt haben (obwohl es FREEWARE WAR! – siehe da es gibt Leute die zahlen obwohl sie gar nicht müssten – laut Deinen Artikel sollte das gar nicht vorkommen – und jetzt sollen sie nochmals zahlen?
Dies ist schlicht Nepperei – wenn ich meine Codes weiterhin genieren könnte würde niemand etwas sagen – das wird beabstandet und nichts anderes!
Hallo,
ich poste dann einfach mal diesen Post von bembelimen hier:
http://www.joomla-downloads.de/forum/11-diskussionen-zu-artikeln/78657-nonumber-mit-neuen-lizenzmodell.html?limit=6&start=54#78973
Wenn dieser korrekt ist, dann wäre deine Forderung doch erfüllt?
Liebe Grüße,
Yannick
Das Problem ist ja auch das viele folgendes nicht verstehen:
“Ein FREIBier ist nicht kostenlos” und da fängt es oft schon an.